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Über die Qual berühmt zu sein

Ich frage mich ab und an, oftmals bei der Betrachtung eins Filmes mit einem meiner Lieblingschauspielern, wie es wohl so ist, berühmt zu sein. Wie es sich wohl anfühlt morgens, sagen wir mal als Brat Pitt, aufzuwachen?

Natürlich, so denke ich mir, ist es bestimmt angenehm, wenn einem die Roll-Läden per Fernbedienung den Blick auf einen weißen, leeren Strand oder eine große Gartenanlage, gerne auch mit Pool, freilegen, wenn das Frühstück bereits zubereitet, auf einem hübsch gedeckten Tisch auf einen wartet und der Kaffeeduft bereits durchs Haus zieht ( falls er es bis zum Schlafzimmer schafft, denn bekanntermaßen haben Berühmtheiten ja große Häuser).

Wie ist es, zwischen 5 verschiedenen Wagenmodellen auszuwählen, sollte ich mich denn entschieden haben, selber Hand anzulegen und die Kinder zum Privatlehrer zu fahren. Ein neues Pony? Kein Problem, die Ranch kaufen wir gleich dazu. Auf der anderen Seite müsste ich mich wahrscheinlich gerichtlich davor schützen lassen, dass niemand mit seiner Kamera näher als 1 km an mein Haus heran darf und auch nicht in die Fenster der Privatlehrer einsteigen darf, um die Kinder abzulichten. Ich weiß nicht- ich stelle mir dies insgesamt eher anstrengend vor.

Bei jeder Begegnung mit einem Verkäufer, bei jedem Betreten eines öffentlichen Raumes stünde ich unter Beobachtung und müsste ein konstantes Hintergrundflüstern ertragen: Ist das nicht…“. Nee, danke – da bin ich lieber Erna Müller und kaufe mir 100 Gramm unglamoröse Salami an der Fleischtheke vom Edeka.

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