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Siemens Gigaset DX800 A

Wer sich etwas mit Telefonen der gehobenen Art auseinandergesetzt hat die letzten Jahre, der wird, wie wir auch, kopfschüttelnd die Entwicklungen der Branche mitverfolgt haben. Denn während auf dem Markt für Mobiltelefone alles mit farbigen Displays, Stimmerkennung und Touchscreens ausgestattet wurde, was nicht bei Drei auf den Bäumen war, lag die Festnetztelefonie in diesem Bereich brach.

In den letzten 10 Jahren gab es nur ein Telefon, dass annähernd akzeptabel war: das Ascom Eurit 4000. Mit Erscheinen im Jahre 2003 erwarb unsere Redaktion das Gerät und testete es ausführlich. Der Preis von damals 400 Euro war recht happig, aber es sollte bis 2010 das einzige Telefon am Markt bleiben, das in der Lage war Kontakte aus Microsoft Outlook auf das Telefon zu kopieren und mit Outlook zu synchronisieren.

Zwar hatte das Eurit 4000 kein Farbdisplay, allerdings unterstützte es drei Anrufbeantworter für jeweils drei ISDN Nummern. Auch das ist heute im ISDN Zeitalter keine Selbstverständlichkeit.

Das Eurit hatte noch einige andere nette Funktionen. So konnte man beispielsweise Makros programmieren und auf Schnellwahltasten legen, man konnte im Display ein eigenes Hintergrundbild hochladen und Anrufregeln festlegen, die es einem zum Beispiel erlaubten bestimmten Anrufer bestimmte Regeln zuzuweisen (bspw. Aparat klingelt nicht, direkt auf den Anrufbeantworter umleiten oder Besetztzeichen vortäuschen).

Fast 7 Jahre später war es dann nun endlich soweit ! Die Hersteller hatten sich erbarmt. Ausgerechnet die Telekom hatte es geschafft, ein vergleichbares Modell auf den Markt zu bringen.
Nachdem wir in der Redaktion 2004 noch das T-Com Sinus 900i erwarben (s. Testbericht), in der Hoffnung, dass man damit Outlook-Kontakte – wie beworben – übertragen könnte, waren wir mehr als enttäuscht. Man musste seine Kontakte auf eine SIM Karte abspeichern und diese mit dem Telefon auslesen, was nie wirklich einwandfrei funktioniert hat.

Also waren wir um so mehr auf den neuen Siemens-Durchbruch gespannt. Doch nun zu den Details des Siemens Gigaset DX 800 A.

Siemens Gigaset DX800A

Wir zählen hier nur die Eigenschaften auf, die sich vom Leistungsumfang her von normalen Telefonen abheben.

– bis zu 1.000 Telefonbucheinträge
– 3,5 Zoll Farbdisplay
– ISDN Telefon für bis zu 10 MSNs
– bis zu 4 gleichzeitige Gespräche
– Direktanschluß Analoggerät, z.B. Faxgerät
– 3 Anrufbeantworter für 3 MSN Nummern
– bis zu 6 Handgeräte
– link2mobile: man kann Gespräche vom Handy auf das Siemenstelefon umlegen (via Bluetooth)
– Bluetooth
– RJ45 Ethernet/LAN Anschluss
– VoIP Voreinstellungen (Skype etc.)
– Synchronisation mit Microsoft Outlook
– Bedienung/Einrichtung des Telefons über den PC
– Direktzugriff (bei Anschluss über LAN) auf Online-Telefonbücher (inkl. rückwärtssuche Nummer>Name)
– Anzeige des Anruferbildes aus Outlook-Kontaktkarte

Also was möchte man mehr von einem Telefon ? Mehr geht nicht. Ok, vielleicht könnte man noch das Design etwas verbessern, aber bei den Funktionen beschweren wir uns da mal nicht. Nun haben wir das DX800A getestet und schauen uns die oben erwähnten Features mal genauer im Praxistest an. Die Standard Telefonfeatures lassen wir einfach mal außen vor.

Einrichtung

Die Einrichtung ist denkbar einfach. Ein Assistent begleitet einen durch die ersten wichtigen Einrichtungsmerkmale. Ob ISDN, VoIP, DHCP, alles geht mehr oder weniger leicht von der Hand und der Assistent leitet einen.

Bluetooth

Die Bluetooth-Funktion ist einfach genial. Wir haben unser Telefon mit unserem Handy „Dell Venue Pro“ gekoppelt und können so nun Gespräche, die bei uns auf dem Handy ankommen, einfach auf das Festnetztelefon umlegen. Da wir schlechten Handy-Empfang in den vier Wänden haben, eine Luxus-Feature ! Das Telefon erkennt ankommende Handygespräche und die Gespräche lassen sich am Festnetz annehmen. Umgekehrt genauso. Bei abgehenden Anrufen fragt das Telefon, ob er das Handy, respektive die Handynummer, als abgehende Leitung vom Festnetz aus nutzen soll oder die herkömmlichen ISDN Leitungen.

DX800A im Netz

Verbunden mit dem beiligenden LAN-Kabel kann man das Telefon via deer mitgelieferten Quicksync-Software bequem administrieren, Dateien vom Telefon auf den PC übertragen und umgekehrt. So kann man bspw. eigene Screensaver-Dateien im JPG Format übertragen, oder wav und mp3 Dateien.
Wann kann auch das Wetter oder RSS Feeds von Feddwebseiten an das Telefon senden oder direkt via LAN-Kabel vom Telefon aus abrufen. Schon beim Einstecken des RJ45 Kabels erkennt das Telefon den Router und umgekehrt. Via DHCP wird dem Telefon zunächst automatisch eine IP Adresse zugeordnet.

Synchronisation des DX800 A

Sehr gut funktioniert die Synchronisationsoftware von Siemens. Mit ihr kann man das komplette Telefontelefon administrieren. So ist es unter anderem auch möglich aus Outlook 2010 direkt Anrufe zu tätigen.

Leider hatten wir Office 2010 und Outlook 2010 64 bit installiert. Ähnlich wie bei Adobe Acrobat, macht die 64-bit Version Probleme, und bringt grundsätzlich ja ohnehin kaum Vorteile. Also haben wir Office 2010 und Outllok 2010 64-bit deinstalliert und die 32-bit-Variante installiert, da eine Synchronisation sonst nicht funktioniert (die meisten Plugins sind nicht mit 64-bit kompatibel). Das Problem ist bekannt. Erfreulicherweise mussten wir Outlook und Office nach Deinstallation der 64-bit Version nicht neu aufsetzen, da bei der Installation der 32-bit Version die alten Emailkonten und Details übernommen wurden. Glück gehabt.

Alles in allem ein geniales Telefon mit allen nur erdenklichen Features, das keine Wünsche offen lässt. Ob normale Telefonie via Analog oder ISDN oder VoIP, es mangelt an nichts. Negativpunkte sind uns eigentlich auch keine aufgefallen. Evtl. hätte man das switchen zwischen den MSNs per Tastendruck lösen können, anstatt dass man die abgehende Leitung manuell auswählen muss. Aber das trübt das Gesamterlebnis nur minimal.

Sehr nützlich auch der Hotkey zum Deaktivieren des Klingeltons, falls man mal nicht gestört werden möchte.

 

 

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