Intensiv wie noch nie haben wir uns in der Redaktion mit dem Thema Drucker beschäftigt und bereits einiges ausprobiert (s. Testberichte). Doch noch immer wurden wir auf der Suche nach einem geeigneten Drucker nicht fündig. Farblaserdrucker, die auch die Bilder eines Reiseberichtes akzeptabel drucken, fangen bei 7.000 Euro an. Unser bescheidener Wunsch: einen Farblaserdrucker mit 1.200 x 1.200 dpi Auflösung zu bekommen. Da lohnt es sich schon eher solche Ausdrucke eine Druckerei machen zu lassen, die mit Digitaldruck und Druckstraßen für 500.000 Euro deutlich effizientere Ergebnisse erzielen.

Also haben wir erneut einen Blick auf Tintenstrahldrucker geworfen, auch wenn uns der Tintenverbrauch doch immer wieder erschreckt. Unser Budget: 1.000 Euro.
Für Laserdrucker bis 1.000 Euro kostet ein Tonersatz um die 400 Euro. Für Laserdrucker um die 500 Euro also gerade einmal den Neupreis.
Bei den Tintenstrahldrucker sieht es nicht anders aus, dafür drucken diese Bilder deutlich besser.

Wir haben die Drucker von Oki, Kyocera, Hewlett Packard, Dell, Canon, Epson, Brother und Samsung vier Wochen lang bis ins Detail unter die Lupe genommen.
Schnell mussten wir feststellen, dass man bei einem Budget von 1.000 Euro für einen Tintenstrahldrucker schnell verzweifelt, denn teurer als 250 Euro geht einfach nicht.

Folgende Voraussetzungen sollte der Drucker mitbringen:

– möglichst geringe Tröpfchengröße, bevorzugt 1pl feine Tröpfchen
– bis zu 12 Tintentanks, um Farben realistischer darzustellen
– Randlosdruck
– Duplexdruck (auch auf DIN A5)
– Duplexscan beim Dokumenteneinzug
– Zwei Papierkassetten für Foto- und Normalpapier
– Einzug für 250mg dickes Spezialpapier
– große Tintenpatronen (12 – 24 ml Tintentanks)

Doch leider gibt es einen Drucker mit diesen Merkmalen nicht, auch wenn das Budget dafür vorhanden wäre.

– 5-12 Tintentanks bei Druckern gibt es zwar, aber das sind dann spezielle Fotodrucker, die zwar auch bis A3 hoch drucken, aber keinen Duplexdruck beherrschen und teilweise keine Papierkasetten haben, sondern Einzelblatteinzug.
– 1 pl kleine Tröpfchen hatte bereits der Canon Pixma 4950, den wir im Test hatten, aber Drucker mit so feiner Tröpfchengroße sind sonst selten.
– Duplexdruck und Duplexscan, auch bei DIN A5 reduzierte die Suche recht schnell.

Und so weiter. Unter dem Strich heißt es Abstriche machen. Es gibt keinen Tintenstrahldrucker, der unsere Vorstellungen erfüllt. Also landeten wir beim HP 8600 Plus, mit einer zusätzlichen Papierkassette. Ob Multifunktion oder nicht, spielt weder preislich noch in Hinblick auf die Qualität einen Unterschied.

Die Ausstattung wie folgt:

– 4in1 Tintenstrahl Multifunktionsdrucker
– Integrierter Kartenleser
– USB 2.0, Netzwerk- und WLAN-Konnektivität
– Bis zu 4800 x 1200 dpi Auflösung
– Druckt bis zu 35 Seiten pro Minute in s/w und 34 Seiten in Farbe
– 4 separate Tintenpatronen
– Duplexdruck und Duplex-ADF Funktion
– HP ePrint und Apple AirPrint-Unterstützung für Drucken von mobilen Endgeräten
– Randloser Druck
– Fotodrucker
– Duplexdruck-Funktion
– Integrierter Druck-Server
– 250 Blatt Papiervorrat

Meinung CommunityPower

Die Verarbeitung ist gut. Die zusätzliche Papierkassette lohnt sich auf jeden Fall. Die Installation ist denkbar einfach und der Drucker integriert sich problemos ins W-LAN.
Ein nettes Feature ist ebenfalls HP´s Webdienst, über den man eine Emailadresse XYZ@hpeprint.com anlegen kann. An diese Email gesendete Bilder und Dokumente landen automatisch auf dem Drucker. Man kann auch problemlos vom Handy oder anderen Geräten auf dem Drucker ausdrucken.

 

 

Die Geschwindigkeit ist durchaus akzeptabel. Die Druckqualität auf Glossypapier ebenfalls. Leider werden teilweise beim Druck Zeilen nicht vollständig gedruckt und wenn man per Duplexausdruck Seiten ausgeben möchte, dann zerkratzen die Rollen das Papier, so dass man einen leichten Karo-Effekt auf großflächigen Bildern erkennt. Wir werden hier nochmal anderes Papier ausprobieren und berichten, ob das Problem damit behoben werden kann. Wir geben hier nochmal ein Update zu einem späteren Zeitpunkt.

Das Problem mit dem nicht vollständigen Zeilendruck kann durch Deaktivieren der “Bidirektionalen Unterstützung” behoben werden (siehe auch: HP Support).

 

Alles in allem ist der HP 8600 PLUS ein anständiger Drucker, mit halbwegs moderatem Tintenverbrauch und gutem Bilddruckergebnis. Randlosdruck muss man jedes Mal neu einstellen und man muss darauf achten, dass der Drucker standardmäßig nur mit 300 dpi ausdruckt. Möchte man mit 600 dpi ausdrucken, muss auch dieses separat eingestellt werden.

Schade, dass die Duplexereinheit das Papier zerkratzt. Dafür überzeugt Einrichtung und Bedienung über das Webinterface.
Das Scannen, Faxen und Kopieren geht ebenso schnell wie effizient von der Hand, ist aber natürlich nur ein Beiwerk, denn es kommt ja hauptsächlich auf den Druck an.

Das wichtigste beim Druck ist die Qualität des Ursprungsbildes. Denn bei qualitativ hochwertigen Bilder kann auch der Laserdrucker durchaus überzeugen, auch wenn er nie 1:1 an die Foto-Qualität eines Tintenstrahl heran kommt. Nachfolgend haben wir einige Beispiele aufgelistet, von Bildern mit guter und schlechter Qualität. Sind die zu druckenden Bilder “minderwertig”, kann höchstens der Tintenstrahldrucker noch etwas raus holen. Siehe auch unseren Bericht “Tinte vs. Laser“.

Bei hoher Bildqualität des Ursprungsbildes weiß auch der Laser zu überzeugen. Er druckt etwas farbverfremdend dafür kräfter (links) als der Tintenstrahl (rechts).

Bei hoher Bildqualität des Ursprungsbildes weiß auch der Laser zu überzeugen. Er druckt etwas farbverfremdend dafür kräfter (links) als der Tintenstrahl (rechts).

 

Bei hoher Bildqualität des Ursprungsbildes weiß auch der Laser zu überzeugen. Kein Unterschied der Qualität. Einziger Unterschied bei der Darstellung der rot- und orange-Töne, die man jedoch manuell kalibrieren kann.

Bei hoher Bildqualität des Ursprungsbildes weiß auch der Laser zu überzeugen. Kein Unterschied der Qualität. Einziger Unterschied bei der Darstellung der rot- und orange-Töne, die man jedoch manuell kalibrieren kann.

 

Bei diesem Muster haben wir ein qualitativ niedriges Bild verwendet. Der Laser gibt hier auf (links), die beiden Tintenstrahldrucker geben sich Mühe. Vorteil des Canon (1pl Tröpfchen) ganz rechts, im Vergleich zum HP 8600 Plus (4 pl Tröpfchen), der leicht pixelig, verrauscht wird. Doch die Farben sind bei Tinte noch deutlich besser als bei Laser.

Bei diesem Muster haben wir ein qualitativ niedriges Bild verwendet. Der Laser gibt hier auf (links), die beiden Tintenstrahldrucker geben sich Mühe. Vorteil des Canon (1pl Tröpfchen) ganz rechts, im Vergleich zum HP 8600 Plus (4 pl Tröpfchen), der leicht pixelig, verrauscht wird. Doch die Farben sind bei Tinte noch deutlich besser als bei Laser.

 

 

 

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