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Die Whats App Krankheit

Nachdem ich mir immer wieder den Mund fusselig rede wenn ich angesprochen werde, warum ich denn kein Whats App benutzen würde,  habe ich mal einige Punkte zusammengefasst.

Facebook wurde geboren. Ich habe mich pflichtbewusst dort angemeldet, wie in einer Manie Freunde gesammelt um zu zeigen, dass ich wer bin, und musste mir monatelang anschauen was andere Essen und sonst für langweiligen Zeug machen, dass sie meinten mit der Welt teilen zu müssen. Ganz zu schweigen von den Personen mit armen Kindern, die von ihren Eltern wie Trophäen, peinlich und exhibitionistisch auf der Pinnwand dort ausgestellt und vorgeführt wurden.

Dann kam Whats App. Zwar versuchten die Telekommnikationsriesen mit tausenden von Frei-SMS in ihren Tarifen dagegen zu steuern, aber Whats App war nicht mehr aufzuhalten. Jeder hatte es und musste es haben, um in der Gesellschaft integriert zu sein. Alles so einfach, alles so toll. Und kostenlos ! Wow, kostenlos !

Schon erstaunlich, da stellt sich eine Firma wie Whats App hin und unterhält tausende von Servern, wartet diese und hat einen enormen Traffic, und berechnet seinen Usern nicht mal etwas dafür. Das ist sehr nett.

Selbst der noch so Desinteressierte sollte mittlerweile verstanden haben, wie diese „kostenlose Dienste“ wie Facebook und Whats App funktionieren, und dass die eigenen Daten der Preis dafür sind, das diese Firmen überhaupt funktionieren.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und andere Firmen wie das Sicherheitsunternehmen G Data warnen vor Whats App. Das scheint aber keinen zu stören und keinen zu interessieren, warum die wohl davor warnen. Selbst wenn der normale Menschenverstand schon alle Alarmglocken klingeln lassen sollte, weil die Nachteile auf der Hand liegen.

Und der gerne verwendete Spruch: „ich habe ja nichts zu verbergen“, der gerne von den Nihilisten der heutige Gesellschaft verwendet wird, um sich einzureden, dass es ihnen nichts ausmachen würde, wenn ihr Nachbar zahlreiche vertrauliche Informationen über sie besäße, der findet auch hier sehr häufig einen nahrhaften Boden.

WhatsApp lässt sich beispielsweise bei der Installation durchaus fragwürdige Berechtigungen vom Anwender genehmigen. Wenn man den Installationsbedingungen zustimmt, darf WhatsApp faktisch alles. Dazu gehört eben insbesondere auch der Zugriff auf die Kontaktliste und die automatische Weitergabe der Daten an die WhatsApp-Server. WhatsApp überträgt die Daten zwischen Smartphone und den WhatsApp-Servern bislang unverschlüsselt. Die Daten werden schlicht im Klartext gesendet und empfangen, was es jedem noch so unbekannten Hacker möglich macht, die Daten abzugreifen, mitzulesen und/oder zu verwenden. Laut Stiftung Warentest sendet WhatsApp auch das komplette Adressbuch des Nutzers unverschlüsselt an den WhatsApp-US-Server. Dadurch ergibt sich für WhatsApp ein wunderschönes Bild eines Netzwerkes über jede einzelne Person. Selbst wenn diese gar nicht bei WhatsApp ist, sondern nur Bestandteil eines Adressbuches eines der WhatsApp Teilnehmer.

WhatsApp ist praktisch und macht Spaß. Aber zu welchem Preis ?

Mal ganz einfach erklärt: Als WhatsApp-Nutzer willigen Sie ein, dass eine dritte Person/Unternehmen, ihr komplettes Adressbuch haben darf. Mit Geburtstagen, Adressen, Netzwerken, etc. Sie erlauben einer Firma alle ihre Nachrichten auf ihrem Server zu speichern und auszuwerten. Sie nehmen in Kauf, dass Sie keinen Einfluss darauf haben, wer Ihre Nachrichten, Standorte, Bewegungsprofile auswertet und was mit diesen weiter geschieht. Es ist ihnen egal.

WhatsApp ist äußerst anfällig für Angriffe von außen. So gibt es im Internet zahlreiche Tutorials, wie man sich in wenigen Minuten in jeden x-beliebigen WhatsApp Account einloggen kann und die Nachrichten mitlesen oder sogar eigene in fremden Namen verfassen kann. Applause. WhatsApp ist einfach so toll, das nehmen wir dann mal in Kauf, wird schon nichts passieren.

Ich fühle mich auch auch ohne WhatsApp gesellschaftlich integriert. Wer etwas von mir möchte, schickt mir genauso schnell über das Smartphone eine Email oder ruft mich einfach an. Das kostet nicht mehr und nicht weniger Zeit etwas ins Emailprogramm zu tippen. Oder die Leute rufen mich an, und man wird erstaunlicherweise feststellen, dass der ganze unnötige und unwichtige Kram, wie zum Beispiel Bilder vom Abendessen dann plötzlich beim Empfänger bleiben und einen nicht mehr langweilen und den Kopf schütteln lassen.

Ein sehr nettes Video zu diesem Thema – dieses Mal aus gesellschaftskritischer Sicht, weniger in Hinblick auf die technischen Risiken, gibt es von dieser charmanten leidenschaftlichen jungen Dame zu bestaunen, die eine weitere nachdenkliche Variante des Messagings grundsätzlicher Natur erläutert.

Auch bei Kreditkartendaten oder Telefondaten sind wir transparent und werden es immer mehr. Das ist halt eine neue Zeitrechnung. Aber muss man es deshalb forcieren ?

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