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Der Computer-Sportler

Viren, kaputter Monitor, Aufgabe der Belüftung, was immer den Computer drückt, in dem Grossteil der Fälle hält Chris die richtige Antwort oder das richtige Ersatzteil bereit.
Sein Talent kommt nicht von ungefähr. Seit den Anfängen des Computers, zu der Zeit als für die Meisten das Wort Computer noch nicht Bestandteil täglichen Vokabulars war, arbeitet Chris in der Branche und hat sich hochgearbeitet.
Mit 45 Jahren hat Chris finanziell ausgesorgt und kann sich nun ganz seinem sportlichen Hobby widmen: Videos drehen unter Wasser, auch Videographie genannt. Während des Tauchens, schwerelos im Wasser treiben, und dabei die Kamera ruhig zu halten, ist jedoch nicht so einfach, weiß Chris zu berichten. Er brauchte ungefähr 3 Jahre, so teilt er mir mit, bis er ein “ruhiges Händchen” hatte und die Funktionen seiner Unterwasserkamera vollends auszuschöpfen wusste.

In Portland, Oregon, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat, ist die Auswahl an Unterwassermotiven leider auf die Freundin im lokalen Schwimmbad beschränkt. Der Ozean ist meist zu rau zum tauchen und die meisten Seen in der Umgebung laden, aufgrund der geringen Temperaturen, nicht unbedingt zum hinein hüpfen ein. Reisen ist daher ein innewohnender Bestandteil des Hobbys. Das das nicht ganz billig ist versteht sich von selber, aber wer mit 45 in Rente gehen kann, der kann sich auch einen Flug nach Asien oder in die Karibik erlauben.

„Es ist die perfekte Erinnerung“, fasst Chris seine Motive für die Aufnahme des Hobbys zusammen. „Fotos fangen die Stimmung meist nicht so ein, die Bewegungen der Fische. Es fehlt der Rundumblick.” Seine Videos zeugen davon: Manta-Rays, Haie, Schwärme an Thunfischen oder Tintenfische, die tanzen als seinen sie Teil eines Balletts – beeindruckend in Ihrer Eleganz.

Aber die Aufnahme ist nur der halbe Spaß, und hier kommt der Computer-Nerd in Chris zum Vorschein. Es ist auch die Nachbearbeitung des Materials, das Schneiden, die Auswahl der richtigen Musik, die mich meine Erinnerungen immer wieder erneut durchleben lässt und das Gesamtambiente abrundet. „Der technische Aspekt ist natürlich auch nicht zu verachten, da ich ja gerne am Computer sitze.“ fügt er hinzu.

Eine beruhigende Welt, die Unterwasserwelt. Und bei meiner Betrachtung eines seiner Videos bekomme ich Fernweh und möchte am liebsten direkt ins kalte Nasse springen.

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Bewertung von 1-5 Sterne

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