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Canon EOS GP-E2 GPS-Empfänger

Da ja einige unserer CommunityPower-Mitglieder leidenschaftlich dem Hobby „Geotagging“ frönen, haben wir uns dazu entschlossen diese Variante in Verbindung mit der Fotografie aufzugreifen.

Über Sinn oder Unsinn von Geotagging kann man sich streiten. Ist es ein Hobby, ist es sinnvoll im Zeitalter der Globalisierung und der digitalen Kartographie ? Spaß macht es auf jeden Fall. Und auch wenn die Anschaffungskosten vielleicht hoch sein mögen, einem Fotograf verleiht es zusätzliche Glaubwürdigkeit, wenn er Bilder bei einer Redaktion einreicht und die Fotodaten mit GPS-Koordinaten unterlegt sind.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten seine aufgenommenen Bilder mit GPS-Daten zu versehen. Die meisten erfordern  zusätzliche Software (z.B. „Geosetter“) und eine Menge Zeit.
Für einen Fotografen der hunderte von Bilder schießt fast schon zu viel des Guten, da er gar nicht mehr hinterher kommt seine GPS-Logs auszuwerten und mit den Bildern zu verlinken.

Doch es gibt auch den Königsweg, der die aufgenommenen Bilder direkt mit GPS Daten versieht und damit Stunden an Arbeit spart. Aber der kostet Geld.
In unserem Fall haben wir ein GPS Modul gesucht, dass mit der Canon EOS 5D Mark III kompatibel ist, und wurden mit dem GP-E2 GPS Empfänger fündig. Mit satten 270 Euro für dieses Spielzeug haben wir ein GPS-Modul erworben, dass die GPS Daten direkt in die EXIF-Informationen des Bildes speichert, wenn es auf dem Blitzschuh der Kamera angebracht ist.
Da die EOS 5 D Mark III, wie alle Profi-Kameras, nicht mehr über einen integrierten Blitz verfügt, steht dieser Platz zur Verfügung. Ärgerlich halt nur, dass der Platz auf dem Blitzschuh dann halt für keine anderen Utensilien, wie einen SPeedlight-Blitz zur Verfügung steht.

Exkurs Geo-Tagging: Unter Geotagging, auch Geocoding oder Geo-Imaging, versteht man bei fotografischen Aufnahmen die Zuordnung von geographischen Koordinaten. Als Punkte in einer elektronischen Karte lassen sich die so georeferenzierten Bilder anschließend leichter suchen und auswählen. Eingesetzt wird die Foto-Verortung in der Raumplanung und dem Tourismus, der Umweltplanung, dem Verkehr und dem Katastrophenschutz. Ein häufiges und gängiges Anwendungsbeispiel ist das zeitsparende Illustrieren eines in einem Stadtplan festgelegten Stadtrundganges mit Bildern von sehenswerten Baudenkmälern. Ein weiterer Schwerpunkt in der Verwendung von Geo-Imaging ist der Umweltschutz. Spezielle Biotopkarten lassen sich zeitsparend mit aktuellen Detailaufnahmen versehen. Werden nun derartige Karten über einen längeren Zeitraum erstellt, lassen sich Veränderungen im Biotop sehr einfach darstellen.Die geographischen Koordinaten des Aufnahmestandpunktes werden direkt beim Fotografieren mit einem GPS-Empfänger bestimmt oder später aus einer Karte abgegriffen. Mit spezieller Hardware werden sie direkt beim Fotografieren, ansonsten später am Rechner zu den Metadaten (Exif) der Bilder hinzugefügt. (Quelle/Copyright: Wikipedia.de)

Wahlweise kann man as GPS Gerät auch via Kabel an dem Mini-USB Port betreiben, aber dann kommt man nicht umhin, die Daten wieder manuell mit den GPS-Daten zu synchronisieren, da dann die EXIF-Daten des Fotos nicht automatisch um die GPS Daten ergänzt werden.

Exkurs EXIF-Daten: Exif-Daten werden direkt in die Datei von Bildern der Formate JFIF (JPEG) oder TIFF geschrieben – im sogenannten Header (Bereich am Anfang der Bilddatei, noch vor den eigentlichen Bildinformationen). Mittlerweile legt so gut wie jede Digitalkamera diese zusätzlichen Informationen zu der Aufnahme im Bild ab, auch die Kameraapplikationen der meisten Mobiltelefone erstellen Bilder mit Exif-Daten. Zahlreiche Bildbearbeitungsprogramme sowie andere Software können diese Daten ausgeben.

Das Exif-Dateiformat zeichnet die gleichen Informationen auf, die auch mit den PQI-Daten bei APS gespeichert werden. Nahezu alle modernen Digitalkameras beherrschen den Exif-Standard und speichern bei jeder Aufnahme zahlreiche wichtige Aufnahmeparameter wie zum Beispiel:

  •  Datum und Uhrzeit
  •  Orientierung (Bilddrehung um 90, 180 bzw. 270°)
  •  Brennweite
  •  Belichtungszeit
  •  Blendeneinstellung
  •  Belichtungsprogramm
  •  ISO-Wert („Lichtempfindlichkeit“)
  •  GPS-Koordinaten (siehe Fotoverortung Geo-Imaging)
  •  Vorschaubild („Thumbnail“)

Weitere nützliche Informationen können nachträglich in Form der sogenannten IPTC-Daten (International Press Telecommunications Council) hinzugefügt werden:

  •  Kommentar (z. B. in Form einer Bildbeschreibung)
  •  Künstlername
  •  Hinweise zum Urheberrecht der Datei
     (Quelle/Copyright: Wikipedia.de)

Häufig wird das Gerät als groß und globig beschrieben, doch die Abmessungen sind einwandfrei, und das Modul stört nicht wirklich. Die „Eiermilch legende Wollmilchsau“ gibt es nun mal nicht. Auch die Tatsache, dass sich viele über die separate Stromversorgung über eine Mignon AA Batterie beschweren, ist nicht wirklich ein Kriterium in unseren Augen.

 

 

Satte zwei Tagen haben wir benötigt, zahlreiche Foren durchsucht, und keine Antwort gefunden. Wie bekommen wir die korrekten GPS Daten in Lightroom 4.2 importiert, inklusive der Höhenangaben. Eine Antwort haben wir schließlich selbst gefunden. Man muss ganz einfach in Lightroom beim Import der Fotos mit der rechten Maustaste auf das oder die Bilder klicken und VOR dem Versehen mit Metadaten auf „Metadaten“ -> „Metadaten aus Datei importieren“ klicken. Dann lassen sich die GPS-Daten sofort in Lightroom importieren und danach kann man mit der Verschlagwortung anfangen. Alternativ kann man auch die Bilder statt sie erst auf die Festplatte zu kopieren, direkt aus der Kamera in Lightroom importieren. Dann werden ebenfalls die GPS Daten mit geladen und durch die Einstellung „Reverse Geo-Tagging“ in den „Einstellungen“ von Lightroom werden dann sogar auch Ort, Strasse, Provinz, Land, etc. für die ITPC Daten von Google Maps gezogen und eingetragen.
Bis wir diesen Workflow herausfanden, dauerte es seine Zeit, aber es funktioniert, man muss nur wissen wie.

Der GPS Empfänger zeichnet die komplette Reiseroute auf und mit der neuen „Map-Funktion“ von Lightroom kann man so seine ganze Reiseroute nachvollziehen, mit Fotos unterlegen und diese gegebenfalls für Reiseberichte oder ähnliches exportieren.

Das Gerät ist nicht billig, aber es gibt aktuell auf dem Markt kein anderes Modul für Canon, das die GPS-Daten bei Aufnahme direkt in die EXIF-Daten schreibt. Achtung bei der Canon EOS 7 D. Dort funktioniert dieses Gerät nur über das mitgeliferte MIni-USB-Kabel und zusätzliche Arbeitsschritte sind erforderlich.

Für Fragen, Tipps oder Anregungen zu diesem Thema steht Euch das Forum zur Verfügung. Gerne diskutieren wir das Thema GPS und Geotagging mit Euch intensiv, da wir zahlreiche Mitglieder haben, die sich inensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt haben.

Nervig sind die beiden blinkenden LED für das GPS-Signal und die Banspruchung der Batterie, aber diese kann man abkleben. Schön wäre bei diesem Preis noch eine Anzeige am Gerät gewesen, aber das Menü der Canon EOS 5 D Mark III gibt ebenfalls Aufschluß über die aktuellen GPS Daten.

Wirklich benötigen tut man dieses Gerät in der Regel mit Sicherheit nicht, aber Geo-Tagging ist eine nette Spielerei. Beispielsweie waren wir kürzlich auf einer Indien-Rundreise unterwegs. Durch das GPS-Modul sind wir in der Lage in „Adobe Lightroom“ die tausende von Bildern der jeweiligen Region zuzuordnen. Man kann auch über „Lightroom“ exzellente Karten entwerfen,d ie die Reiseroute abbilden und mit den jeweiligen Bildern verknüpfen.
Möchte man seine Bilder an eine Agentur oder ein Magazin verkaufen, erhöht es die Glaubwürdigkeit.
Wenn man Zeit hat, kann man diese Bilder auch in „Google“ einpflegen, dann wird in „Google-Maps“ bei Suchergebnissen das jeweilige Bild angezeigt, wenn man sich in diesem Dienst die Region anschaut.

Momentan ist es noch Spielerei, aber irgendwann wird es zum Standard werden, seine aufgenommen Bilde rmit GPS-Daten zu versehen.

Die Canon EOS 5D Mark III (ca. 3.200 Euro Kamera-Body ohne Objektiv) kam im April 2012 auf den Markt, und unterstüzt das GPS-Gerät erstklassig ab Firmware 1.1.3. Die neue, im Oktober erschienene Canon EOS 6D, als erste erschwingliche Vollformat-Sensor-Kamera für den ambitionierten Hobby-Fotografen (ca. 2.000 Euro) hat bereits ein integriertes GPS-Modul, dass allerdings nicht alle Daten vollständig so abbildet wie mit dem externen Modul. Dies hat Canon wohl extra so gesteuert, um die Käufer der Mark III nicht zu verärgern, die 1.000 Euro mehr für die Kamera ausgegeben haben. Deshalb führt auch bei der Canon EOS 6 D kein Weg an einem externen Modul vorbei, möchte man zeitsparend gleich bei Aufnahme die EXIF-Daten mit GPS-Daten und der Himmelsrichtung der Aufnahme ausgefüllt wissen.

 

 

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