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Canon EF 70-300mm/ 4,5-5,6/ DO IS USM

Canon´s Produktstrategie ist grundsätzlich sehr durchdacht. Ob Objektive oder Kameras, der potentielle Käufer der Originalprodukte wird umworben und kann sich in der Regel darauf verlassen, das ein erworbenes Produkt nicht in Kürze von einem noch besseren zum gleichen Preis ersetzt wird. Ob man jetzt zu Originalprodukten oder zu günstigeren Objektiv-Nachbauten von Sigma oder Tamron greift, ist eine philosophische Frage und soll hier jetzt nicht näher diskutiert werden.

Canons Marken-Strategie

So hält sich Canon in seiner Marketingstrategie auch an eine klare Produktlinie, an der sich der Kunde ausrichten kann. Die Standard-Objektive und die hochwertige und teurere L-Serie mit dem roten Ring sind die beiden Produktlinien, aus denen der Kunde wählen kann. Die L-Serie-Objektive kosten meistens 1.000 bis 4.000 Euro, während die ebenfalls schon guten Standard-Objektive für 100 bis 500 Euro erhältlich sind.

In 2005 führte Canon nun – bislang einmalig am Markt – die DO-Serie ein, die sich preislich an der L-Serie ausrichtet und ein einziges Objektiv kennzeichnet.

Selten haben wir ein dermaßen kontrovers diskutiertes Produkt getestet. Es gibt kaum Testberichte zu diesem Objektiv und Canon hat seit 2005 kein weiteres Objektiv der DO-Serie mehr auf den Markt gebracht. Dennoch hält sich der Preis des Objektivs konstant seit 7 Jahren bei 1.200 – 1.400 Euro.
Wie üblich bei den Canon-Objektiven, merkt man den Unterschied zwischen einem Standard-Canon-Objektiv und Objektiven aus der L- oder DO-Klasse. Und das ist schließlich auch ein garant dafür, warum Canon Kameras und Objektive selbst nach Jahren, ob gebraucht oder neu, im Prinzip kaum an Wert verlieren und gebraucht nicht selten fast auf dem Niveau des Neupreises handeln.

Grund genug, sich mit dem 70-300 DO IS USM auseinander zu setzen.

Die DO-Linsen im Test

Die einzigen Testberichte im Netz zu diesem Objektiv auf Deutsch und Englisch bescheinigen dem Objektiv gute Eigenschaften, stolpern aber über den Preis.

Das Objektiv reiht sich nahtlos in die Reihe der L-Serie-Objektive ein. Sowohl preislich, als auch qualitativ. Sicher ist es teuer. Aber warum mokiert sich die Canon-Gemeinde über den Preis eines Objektives der DO-Serie, wenn es bei der L-Serie auch keinen Shitstorm entfacht ?

Das DO-Objektiv ist ein Objektiv für Liebhaber und Reisende. Denn es vereint etwas, dass es nur einmal auf dem ganzen internationalen Kamermarkt gibt: ein in den Abmessungen perfekt abgestimmtes Telezoom.

Die weißen Objektive der L-Serie 70-300mm, 70-200mm oder 100-400mm kosten ebenfalls alle um die 1.500 Euro. Doch wiegen diese teils 1.5 – 2 Kilogramm und sind von den Abmessungen her nicht nur ein schwerer Wegbegleiter, sondern werden auch gleich mit Stativschelle geliefert, die signalisiert, dass man die Kamera mit Objektiv wohl eher auf einem Stativ befestigen, als in der Hand halten sollte.

Das DO-Objektiv ist gerade mal 9.99 cm lang und wiegt nur 720 Gramm !
Der Bildstabilisator ist natürlich leider hörbar, wenn er auf 300mm Blende seine 18 Elemente in 12 Gruppen herausfährt und zu arbeiten beginnt. Aber das ist der Preis für ein derart handliche sund kompaktes Telezoom.

Die Bildqualität ist gewohnt exzellent und das „DO“ braucht sich hinter den Objektiven der L-Serie nicht zu verstecken.

Warum führt dieses Objektiv so ein Schatten-Dasein in der Community ?
Meine Erklärung ist spekulativer Natur: die klassischen Sport- oder Naturfotografen greifen verständlicherweise zu den exzellten L-Serie-Objektiven, die die gewohnte Qualität bieten und zum Standard des ambitionierten Fotografen gehören. Das DO dagegen ist eine etwas vernachlässigte Objektiv-Serie, bestehend aus einem Modell, das Kompromisse machen muss. Natürlich gibt es geringfügige Unterschied zu den Telezooms der L-Serie, aber dafür muss man auch keine 2 Kilogramm mit sich herum schleppen.

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